IW-Wohnindex Q2/2026. Mehr Auswahl beim Kauf, anhaltender Druck auf dem Mietmarkt

Der IW-Wohnindex zeigt im zweiten Quartal 2026 eine erneute Verteuerung des Wohnens. Die Kaufpreise steigen zwar nur moderat, die Angebotsmieten legen dagegen weiterhin deutlich zu.

Gleichzeitig entwickelt sich das sichtbare Angebot in beiden Segmenten gegensätzlich: Während immer mehr Kaufobjekte inseriert werden, bleibt das Mietangebot in vielen Städten knapp.

Kaufpreise stabilisieren sich auf niedrigem Dynamikniveau. Eigentumswohnungen und Ein- und Zweifamilienhäuser verteuern sich gegenüber dem Vorjahresquartal jeweils um 0,8 Prozent. Im Vergleich zum Vorquartal steigen die Preise um 0,2 beziehungsweise 1,0 Prozent. Von einem neuen kräftigen Preisaufschwung kann damit bislang nicht gesprochen werden.

Die Angebotsmieten steigen weiter deutlich. Bundesweit liegen sie 4,0 Prozent über dem Vorjahresniveau und 1,3 Prozent über dem Vorquartal. Wohnen wird damit sowohl im Miet- als auch im Kaufsegment teurer, allerdings mit deutlich höherer Dynamik auf den Mietmärkten.

Regional nimmt die Differenzierung zu. Bei den Kaufpreisen zeigen sich leichte Rückgänge in den Top-7-Städten, während die übrigen Großstädte und deren Umland moderate Zuwächse verzeichnen. Die Mieten steigen dagegen in allen Regionstypen, am stärksten in den Großstädten außerhalb der Top-7.

Die Unterschiede zwischen den großen Städten bleiben erheblich. Bei den Kaufpreisen reicht die Entwicklung auf Jahressicht von einem Plus von 5,0 Prozent in Dortmund bis zu einem Rückgang von 1,9 Prozent in München. Bei den Mieten verzeichnet Köln mit 7,9 Prozent den stärksten Anstieg. Auch in Berlin steigen die Angebotsmieten wieder, nachdem sie sich zuvor schwächer entwickelt hatten.

Das Kaufangebot ist seit der Zinswende deutlich gestiegen. Gegenüber dem ersten Quartal 2022 werden bundesweit nahezu doppelt so viele Eigentumswohnungen und rund 140 Prozent mehr Ein- und Zweifamilienhäuser inseriert. Die Ausweitung ist vor allem Ausdruck der gesunkenen Nachfrage und längerer Vermarktungszeiten, nicht einer entsprechend starken Zunahme des Wohnungsbestands.

Das Mietangebot bleibt vielerorts deutlich reduziert. Bundesweit liegt die Zahl der Mietinserate weiterhin knapp 12 Prozent unter dem Niveau von Anfang 2022. Besonders ausgeprägt ist die Verknappung in vielen Großstädten. Lediglich in Berlin liegt das sichtbare Mietangebot über dem Niveau von Anfang 2022. Langfristig bleibt es jedoch deutlich hinter dem Niveau vor den Marktverwerfungen rund um den Mietendeckel zurück.

Insgesamt zeigt sich ein Wohnungsmarkt mit zwei unterschiedlichen Engpässen: Auf dem Kaufmarkt treffen viele Angebote auf eine durch die Finanzierungskosten begrenzte Nachfrage. Auf dem Mietmarkt trifft dagegen eine anhaltend hohe Nachfrage auf ein weiterhin knappes und regional sehr unterschiedlich verfügbares Angebot.

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