Mit der Übergabe der Förderurkunden durch Frau Bundesministerin Hubertz können die ersten Forschungsprojekte des DFZ-Bau starten.
Die Etablierung des DFZ-Bau ist ein gemeinsames Projekt des Bundes, der Länder Sachsen, Thüringen und Baden-Württemberg sowie von Partnern aus Forschung und Praxis. Das Forschungszentrum soll als eine zentrale Anlaufstelle bei der Unterstützung und Bündelung der Bauforschungsaktivitäten in Deutschland etabliert werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Vernetzung von Forschung und Praxis mit dem Ziel, den Innovationstransfer in die Bauwirtschaft zu stärken und Forschungsergebnisse schneller in die praktische Anwendung zu überführen. Das DFZ-Bau ist als zentraler Baustein bei der Transformation des Bauens geplant und soll dabei helfen, zentralen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts wie dem Klimawandel und dem weltweit hohen Ressourcenverbrauch wirkungsvoll zu begegnen.
Im Mittelpunkt des DFZ-Bau steht eine neue Form des Forschens: praxisintegriert, experimentell und nah am realen Baugeschehen. Neue Verfahren, Materialien, Technologien und Prozesse sollen unter realen Bedingungen erprobt, systematisch evaluiert und gemeinsam mit der Praxis und für die Praxis weiterentwickelt werden. Die ersten Projekte an den Forschungsstandorten Dresden, Stuttgart/Karlsruhe und Weimar setzen diesen Ansatz bereits beispielhaft um.
Mit der heutigen Übergabe der Förderurkunden durch Frau Bundesministerin Hubertz können die ersten Forschungsprojekte des DFZ-Bau starten. Damit nimmt das Forschungszentrum seine inhaltliche Arbeit auf und geht einen ersten wichtigen Schritt auf dem Weg zu diesem Ziel. Dieser bereits parallel zum Aufbau der formalen Vereinsstrukturen erfolgende Start – und nicht erst im Anschluss daran – zeigt den Anspruch des neuen Zentrums: Es geht um die zügige und wirkungsvolle Erreichung eines echten inhaltlichen Mehrwerts. Diese gemeinsame Zielsetzung teilten die Vertreter der Projektpartner, Herr Ministerpräsident Özdemir (Baden-Württemberg), Herr Ministerpräsident Voigt (Thüringen) und Herr CdS Dr. Handschuh (Sachsen) sowie die Professoren Menges (Universität Stuttgart), Mechtcherine (TU Dresden) und Benz (Bauhaus-Universität Weimar).
Verena Hubertz, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen: Wir müssen schneller, günstiger und klimafreundlicher bauen. Dafür brauchen wir gute Ideen, die nicht in der Schublade liegen bleiben, sondern auf der Baustelle ankommen. Genau dafür steht das DFZ-Bau: Hier wird nicht nur im Labor geforscht, sondern unter echten Bedingungen erprobt, was morgen Standard sein kann. Dass die ersten Projekte starten, bevor das Zentrum überhaupt formal gegründet ist, zeigt: Wir meinen es ernst mit dem Tempo. Mit Baden-Württemberg, Sachsen und Thüringen haben wir drei starke Partner an unserer Seite, deren Hochschulen in der Bauforschung international Maßstäbe setzen.
Cem Özdemir, Ministerpräsident von Baden-Württemberg: Baden-Württemberg verfügt mit einer exzellenten Bauforschungslandschaft und einer außergewöhnlich leistungsstarken Bauwirtschaft mit hoch spezialisierten Industrieclustern, innovativen Unternehmen und einer bundesweit einzigartigen Start-up-Szene über ein herausragendes Ökosystem im Bauwesen. Diese geballte Stärke aus Wissenschaft und Wirtschaft bringen wir in den neuen dezentralen Forschungsverbund des DFZ-Bau ein. Gemeinsam mit unseren Partnern aus Thüringen und Sachsen stärken wir die länderübergreifende Vernetzung, um das Bauen neu zu denken und nachhaltiges, schnelleres und bezahlbares Bauen zu verbinden.
Mario Voigt, Ministerpräsident von Thüringen: In Weimar treffen jahrzehntelange Bauforschung, innovative Unternehmen und starke Partner aus Wissenschaft und Praxis aufeinander. Mit dem Deutschen Forschungszentrum für zukunftsfähiges Bauen wollen wir dieses Wissen schneller in konkrete Lösungen übersetzen – vom Labor auf die Baustelle und damit in die Praxis. So kann von Thüringen aus die Bauwende mitgestaltet werden.
Christian Handschuh, Chef der Staatskanzlei (CdS) des Freistaates Sachsen: Das Deutsche Forschungszentrum für zukunftsfähiges Bauen ist ein Meilenstein für Sachsen und ein wichtiger Beitrag zum Strukturwandel und zur Stärkung der Region. Mit der Aufbauhilfe des Bundes legen wir das Fundament für ein wegweisendes Großprojekt und bringen Spitzenforschung direkt in die Lausitz. Unser Ziel ist es, in Bautzen hochwertige wissenschaftliche und technische Arbeitsplätze zu schaffen und Forschung und regionale Wirtschaft eng miteinander zu verbinden. Gemeinsam mit unseren Partnern in Thüringen und Baden-Württemberg und der Bauwirtschaft werden hier Lösungen für klimaneutrales und ressourceneffizientes Bauen entwickelt und direkt in die Praxis gebracht. Das stärkt die Innovationskraft und Wertschöpfung in der Region und eröffnet Sachsen die Chance, im Strukturwandel eine führende Rolle bei der Bauwirtschaft von morgen einzunehmen. Wir freuen uns, dass diese Idee aus Sachsen nunmehr zur Zukunftsfähigkeit der volkswirtschaftlich wichtigen deutschen Baubranche umgesetzt wird.
Zum Start fördern Bund und Gründungsländer drei Initialprojekte. Sie bereiten die künftigen Forschungscluster des DFZ-Bau vor. Wissenschaftlich begleitet werden die Projekte vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR).
- Universität Stuttgart: In Stuttgart und Karlsruhe entstehen zwei Experimentalplattformen in realen Bestandsgebäuden. In diesen Reallaboren erproben Wissenschaft, Unternehmen und öffentliche Partner, wie Baurobotik, Künstliche Intelligenz, digitale Gebäudezwillinge, nachhaltige Materialien und erneuerbare Energiesysteme neue Sanierungskonzepte ermöglichen.
- TU Dresden: Das Dresdner Projekt untersucht, wie bestehende Gebäude ressourcenschonend und minimal-invasiv saniert und umgebaut werden können, anstatt sie abzureißen und neu zu bauen. Dafür werden kommunale Gebäudebestände analysiert, Reallabore vorbereitet und erste Ansätze direkt vor Ort erprobt.
- Bauhaus-Universität Weimar: Im Projekt „BIM-Condition“ entwickelt die Bauhaus-Universität gemeinsam mit der MFPA und dem IAB Weimar einen digitalen Sanierungszwilling für Plattenbauten. Er führt Daten zu Geometrie, Bauweise und Zustand eines Gebäudes zusammen. So sollen früh verlässliche Grundlagen für die Entscheidung zwischen Sanierung, Umbau und Rückbau entstehen.
An der Konzeption sind die Exzellenzcluster „Integratives computerbasiertes Planen und Bauen für die Architektur“ der Universität Stuttgart und „CARE“ der TU Dresden maßgeblich beteiligt. Die eigentlichen Forschungscluster sollen nach der formalen Gründung des DFZ-Bau voraussichtlich im ersten Halbjahr 2027 starten.