Zukunftsfähige Nahversorgung im urbanen Raum

Als einer der führenden Lebensmitteleinzelhändler in Deutschland haben wir ein klares Ziel und eine gesellschaftliche Verantwortung: Die Versorgung aller Bürger mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln zu günstigen Preisen. Hinzu kommt die Aufgabe, der Umwelt, den Kunden und den Mitarbeitern gerecht zu werden, indem wir moderne und nachhaltige Gebäude mit attraktiven Einkaufsmöglichkeiten und guten Arbeitsbedingungen errichten. Deshalb haben wir flexible Filialkonzepte entwickelt, um die bestmögliche Lösung für verschiedene Standorte sowohl auf dem Land als auch in den großen Metropolen zu bieten.

Möglichkeiten der Projektentwicklung in Metropolen

Insbesondere die neue Urbanität verändert die Anforderungen an den Städtebau und fordert innovative Planungskonzepte. In den hochverdichteten Stadtteilen der großen Metropolen sind sowohl Flächen für den Einzelhandel als auch Wohnraum knappe Güter. Um Baugenehmigungen zu erhalten, sind individuelle Projektentwicklungen nötig, die die wenigen vorhandenen Flächen optimal nutzen und die Ziele der Stadt- und Quartiersentwicklung mit flexiblen und kundenfreundlichen Einzelhandelskonzepten verbinden.

Diesen Herausforderungen stellen wir uns seit vielen Jahren, indem wir für dicht besiedelte Stadtgebiete – wo dies sinnvoll ist – kombinierte Nutzungen entwerfen und umsetzen. Künftig wollen wir dabei auch verstärkt mit Partnern aus der Immobilienwirtschaft zusammenarbeiten, um beispielsweise Handel und Wohnen an ausgewählten Standorten zu kombinieren.

Beispiel für Nachverdichtung – Berlin, Prenzlauer Allee 44

Ein Beispiel dafür ist unsere Expansionsfiliale in der Prenzlauer Allee 44 im dicht besiedelten Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg: In einer bestehenden Baulücke haben wir gemeinsam mit unserem Partner ein Objekt entwickelt, das die Anforderungen von Lidl-Filiale und Wohnen ideal miteinander kombiniert.

Über der beinahe stützenfreien Verkaufsfläche sind in drei Gebäudeteilen 44 Wohnungen auf sechs Stockwerken entstanden, die den Bewohnern eine hohe Wohnqualität bieten. Die Wohnungen werden mit nur einem Erschließungskern über das intensiv begrünte Dach der Lidl-Filiale erschlossen. Diese spezifische Gebäudekonzeption ermöglichte es, das Gebäude optimal in das Stadtbild einzugliedern und dabei das Grundstück zu fast 100 Prozent auszunutzen.

Das Gebäude verfügt über eine Tiefgarage, die ausschließlich den Mietern vorbehalten ist. Parkplätze für den Einkauf in der Lidl-Filiale gibt es nicht. Dieses Konzept funktioniert an diesem Standort aufgrund des hoch verdichteten Wohnumfeldes sehr gut. Zudem befindet sich unter anderem eine Straßenbahnhaltestelle direkt vor der Tür.

Verlässlicher Partner für gemeinsame Projektentwicklung

Wie am Beispiel Prenzlauer Allee erkennbar ist, erfordern Projekte für integrierte Standorte eine intensive Planung. Um die Gebäude für uns als Lebensmittelhändler und für Bewohner gleichermaßen attraktiv zu gestalten, sollten beide Nutzungen – Wohnen und Handel – bei der Planung gleichermaßen berücksichtigt werden. Insbesondere die Statik ist für die spätere Nutzbarkeit der Filiale essentiell: Möglichst stützenfreie Verkaufsräume schaffen größtmögliche Flexibilität und damit Nutzbarkeit sowie Zukunftssicherheit der Filiale.

Auch die Erschließung der Wohnungen, die Versorgung und Entsorgung sowie die Geräuschdämmung bei der Anlieferung sind Themen, die vom Beginn der Planungsphase an berücksichtigt werden müssen, um später ein reibungsloses Miteinander von Filiale und Wohnen zu ermöglichen. Da wir seit vielen Jahren moderne und nachhaltige Gebäude für die Mischnutzung planen und umsetzen, sind wir der ideale Partner für die Zusammenarbeit mit Projektentwicklern und der lokalen Immobilienwirtschaft.

Grenzen der Projektentwicklung

Bei der laufenden Wohnraumdebatte darf man dennoch nicht außer Acht lassen, dass sich diese Lösungen nicht für jeden Standort eignen: Selbst in den dicht besiedelten Gebieten der großen Metropolen lassen sich Projektentwicklungen mit Lidl-Filialen und Wohnbebauung nicht überall umsetzen.

Rein auf fußläufige Kundschaft zu setzen, kommt nur für ausgewählte Standorte in den dichtesten Lagen in Frage, die gleichzeitig über ideale Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel verfügen. Insbesondere PKW-affine Kunden wie ältere Menschen oder Familien benötigen großzügige, ebenerdige Stellplätze – auch Tiefgaragen sind für diese Kundengruppen ein Hemmnis, das auf die Wahl der Einkaufsstätte entscheidenden Einfluss hat. An vielen Standorten ist das Konzept aus gesamtplanerischer Sicht für das Quartier nicht möglich.

Versorgung auch im ländlichen Raum sichern

Auch auf dem Land in kleineren Städten und in den Außenbezirken stehen wir dieser Herausforderung gegenüber: Die Bevölkerung kann ihre Einkäufe dort nicht fußläufig in einem Radius von unter 1.000 Metern um den Wohnort herum erledigen und ist auf ihre PKW angewiesen. Daher sind großzügige, kundenfreundliche und gut einsehbare Parkflächen unbedingt erforderlich. Das bedeutet, dass größere einstöckige Filialen mit ebenerdigen Parkplatzmöglichkeiten und einem rentablen wirtschaftlichen Ertrag in den weniger verdichteten Bereichen genauso nötig sind wie Filialen im urbanen Raum mit erfahrungsgemäß weniger Ertrag bei komplexen Rahmenbedingungen.

Wir stellen uns der Verantwortung, die zuverlässige Nahversorgung in Deutschland zu gewährleisten – in urbanen Gebieten genauso wie im ländlichen Raum. Wir werden auch in Zukunft in engem Austausch mit Städten und Gemeinden maßgeschneiderte Lösungen entwickeln und freuen uns auf die weiterhin positive Zusammenarbeit.

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