Die Nachbarschaft. Traum oder Albtraum? Lage, Schnitt und Preis einer Immobilie lassen sich prüfen. Wie es mit den Menschen nebenan läuft, zeigt sich oft erst nach dem Einzug. Eine aktuelle Wohnstudie von Appinio im Auftrag von ImmoScout24 zeigt, wie gut Menschen ihre Nachbarn kennen, was sie an ihnen schätzen und woran Nachbarschaft scheitern kann.
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55 Prozent kennen ihre direkten Nachbarn gut oder sehr gut.
31 Prozent stören sich an lauten Partygängerinnen und Partygängern, 21 Prozent an neugierigen Nachbarn. Ständige Renovierungen nerven dagegen nur 7 Prozent.
Wer Nachbarn als Störfaktor erlebt, ist deutlich seltener mit dem eigenen Zuhause zufrieden: 47 Prozent gegenüber 68 Prozent.
Das Traum-Zuhause ist gefunden, der Umzug geschafft. Was sich erst danach zeigt, sind die Menschen nebenan. Nachbarn sind ein entscheidender Faktor für die Zufriedenheit mit dem eigenen Zuhause. Wie die Deutschen ihre Nachbarschaft erleben, zeigt die aktuelle Wohnstudie von ImmoScout24.
Zwischen Distanz und Vertrauen
Für viele bleibt Nachbarschaft bei einem kurzen Hallo im Treppenhaus, über den Gartenzaun, oder beim gelegentlichen Small Talk. 41 Prozent geben an, ihre direkten Nachbarn nur oberflächlich zu kennen. Völlige Anonymität ist dagegen selten: Nur 4 Prozent kennen ihre Nachbarn gar nicht. Demgegenüber kennen 38 Prozent ihre direkten Nachbarn gut, weitere 17 Prozent sogar sehr gut.
Beim Vertrauen zeigt sich ein ähnliches Bild. 49 Prozent würden ihren Schlüssel einem Nachbarn eher oder auf jeden Fall anvertrauen, 51 Prozent eher nicht oder auf keinen Fall.
Neugier schlimmer als Bohren
Zu viel Nähe kommt aber offenbar nicht immer gut an. Neugierige Nachbarn landen mit 21 Prozent auf Platz zwei der unbeliebtesten Nachbarschaftstypen. Deutlich seltener genannt werden ständige Renovierungen mit 7 Prozent oder eine Wohngemeinschaft nebenan mit 4 Prozent.
Am meisten stören jedoch laute Partygängerinnen und Partygänger. Lärm bleibt dabei der größte Reibungspunkt. Selbst im Vergleich mit anderen Lärmquellen liegen laute Nachbarn an erster Stelle. Mit 36 Prozent werden sie häufiger genannt als Straßenverkehr (27 Prozent) oder Baustellen (26 Prozent).
Gute Nachbarn, gutes Wohngefühl
Wie sehr gute Nachbarschaft das Wohngefühl prägt, zeigt sich bei der Zufriedenheit mit dem eigenen Zuhause. 22 Prozent nennen Nachbarn als Störfaktor ihrer aktuellen Wohnsituation. Damit liegen sie noch vor hohen Wohnkosten, die 18 Prozent nennen. Entsprechend deutlich fällt der Unterschied bei der Wohnzufriedenheit aus: Wer Nachbarn als Störfaktor erlebt, ist deutlich seltener mit dem eigenen Zuhause zufrieden oder sehr zufrieden (47 Prozent) als Menschen ohne Nachbarschaftsärger (68 Prozent).
Umgekehrt gilt auch: Wer seine direkten Nachbarn sehr gut kennt, ist deutlich häufiger mit seinem Zuhause zufrieden oder sehr zufrieden (81 Prozent) als Menschen, die ihre Nachbarn nur oberflächlich kennen (53 Prozent).
Die Ergebnisse machen deutlich, dass für das Gefühl, wirklich zuhause zu sein, mehr als Grundriss, Ausstattung und Lage zählen. Die Menschen nebenan gehören zum Gesamtpaket. Am besten vertraut, rücksichtsvoll und nicht ganz so neugierig.