Ausblick für Kreditbedingungen erholen sich etwas / Deutschland führt europaweit weiterhin die untersuchten Märkte an, Werte für Gesamtindex und Arbeitsauslastung steigen.
Erwartungen hinsichtlich der Arbeitsauslastung steigen auf breiter Front, und
Kostendruck zeigt erste Anzeichen eines Rückgangs.
Europa: Marktbedingungen ziehen an, da Italien in den positiven Bereich.
zurückkehrt und sich der Rückgang in Frankreich abschwächt.
Deutschland: Baustimmungsindex steigt deutlich von +27 auf +36.
Die Ergebnisse des RICS Global Construction
Monitor (GCM) für das zweite Quartal 2026 zeigen, dass der Construction Sentiment Index (CSI) weltweit auf einen Wert von +13 gestiegen ist, nach +8 im ersten Quartal, was eine moderate Stärkung des Gesamtniveaus belegt. Unterhalb dieses Gesamtwerts fand die Verbesserung aus breiter Basis statt. Drei der vier von der Umfrage erfassten Regionen verzeichneten im Vergleich zum Vorquartal höhere CSI-Werte. Bemerkenswert ist, dass die Region Naher Osten und Afrika (MEA) nach dem Abschwung im ersten Quartal eine deutliche Erholung verzeichnete, während sich auch Europa gegenüber dem Stand vor drei Monaten merklich verbesserte. Die Aussichten für die Kreditbedingungen wurden deutlich weniger restriktiv, wobei der Zwölfmonats-Nettosaldo erstmals seit mehreren Quartalenwieder auf ein neutrales Niveau zurückkehrte. Die vorausschauenden Erwartungen hinsichtlich der Arbeitsauslastung haben sich in allen Sektoren gefestigt, und der Kostendruck zeigt, obwohl er weiterhin erhöht ist, erste Anzeichen eines Rückgangs.
MEA erholt sich deutlich, Europa festigt sich, während APAC leicht nachgibt
Auf regionaler Ebene war eine der auffälligeren Entwicklungen im zweiten Quartal die teilweise Erholung in der MEA-Region, in der der Gesamtindex auf +19 stieg teilweise Erholung in der MEA-Region, in der der Gesamtindex auf +19 stieg (nach +8 im ersten Quartal). Damit wurde zwar ein Großteil der im Vorquartal verzeichneten Verschlechterung wieder aufgeholt, der aktuelle Wert liegt jedoch weiterhin unter dem Niveau vom Ende des vergangenen Jahres. Auch Europa verzeichnete eine stabilere Entwicklung, wobei der CSI auf +17 stieg (nach +7) und damit die allmähliche Erholung der regionalen Stimmung fortsetzte. Die Region Amerika weist weiterhin den stärksten Wert der vier Regionen auf. Hier stieg der CSI auf +29 (nach +21) und setzte damit die seit zwei Jahren zu beobachtende solide positive Dynamik fort. Im Gegensatz dazu gab die APACRegion leicht auf -2 nach (von 0 im ersten Quartal) und belastet den globalen Gesamtwert weiterhin moderat.
Nigeria verzeichnet beschleunigtes Wachstum der Arbeitsauslastung, während Indien,
Deutschland und die USA solide Zuwächse melden
Bei der Arbeitsauslastung im Bauwesen auf Länderebene erwies sich Nigeria im zweiten Quartal als stärkster Markt mit einem Nettosaldo von +40 %, gegenüber +17 % im ersten Quartal, was eine deutliche Beschleunigung der Aktivität in allen Sektoren widerspiegelt.
Auch Indien verzeichnete bei der gesamten Arbeitsauslastung im Bauwesen einen Nettosaldo von +40 %, während Deutschland und die Vereinigten Staaten mit jeweils +33 % ähnlich starke Werte meldeten, die auf ein solides Wachstum der Aktivität hindeuten.
Auch in zahlreichen anderen Märkten bleibt das Wachstum deutlich positiv. Singapur
verzeichnete einen Nettosaldo von +28 %, Oman und Saudi-Arabien folgten mit jeweils +27 % dicht dahinter. Dies unterstreicht die Widerstandsfähigkeit der Bautätigkeit in Teilen des Nahen Ostens trotz eines besonders schwierigen geopolitischen Umfelds. Während die meisten anderen erfassten Länder weiterhin eine zunehmende Arbeitsauslastung melden, ist das Wachstumstempo im Allgemeinen moderater als bei den führenden Märkten.
Am schwächeren Ende der Skala bewegten sich Südafrika (-1 %) und Großbritannien (-2 %) weitgehend seitwärts, während Neuseeland (-13 %), Hongkong (-17 %) und Frankreich (-20 %) jeweils Rückgänge der Aktivität verzeichneten. Katar blieb mit einem Nettosaldo von -26 % unter Druck, doch China war mit deutlichem Abstand weiterhin der schwächste Markt und verzeichnete einen Wert von -42 %.
Mit Blick auf die sektorale Aufschlüsselung entwickelt sich die Infrastruktur in vielen
Regionen weiterhin besser als andere Marktsegmente, wobei der globale Nettosaldo für die aktuelle Arbeitsauslastung im Infrastrukturbereich auf +23 % stieg (nach +20 %). Die private Gewerbeimmobilienbautätigkeit bewegte sich auf globaler Ebene hin zu weitgehend stabilen Bedingungen (Nettosaldo von 0 %, nach -3 %), während der private Wohnungsbau mit -6 % (nach -3 %) weiterhin moderat im negativen Bereich lag. Demgegenüber weisen die Befragten in einer wachsenden Zahl von Märkten auf stabile Bedingungen in den privaten Sektoren hin, wobei diese Entwicklung insbesondere in Europa und MEA deutlich wird.
Zukunftsgerichtete Erwartungen festigen sich in allen Sektoren
Im Gegensatz zu den im ersten Quartal vorgenommenen Abwärtskorrekturen haben die Befragten ihre Erwartungen für die Arbeitsauslastung für die kommenden 12 Monate in diesem Quartal im Allgemeinen wieder angehoben. Auf globaler Ebene stieg der Nettosaldo für die Arbeitsauslastung im Infrastrukturbereich in den kommenden 12 Monaten weiter auf +45 % (nach +40 %) und unterstreicht damit die Rolle des Sektors als widerstandsfähigster Bereich des Ausblicks. Bemerkenswert ist, dass der Nettosaldo für die Erwartungen im privaten Gewerbeimmobilienbau auf +23 % stieg (nach +13 %), während die Erwartungen im privaten Wohnungsbau mit +15 % weitgehend stabil blieben (unverändert gegenüber dem ersten Quartal). Die Verbesserung der Aussichten für den privaten Gewerbeimmobilienbau stellt die größte Veränderung dieser Zeitreihe innerhalb eines Quartals seit geraumer Zeit dar.
Auf regionaler Ebene verzeichnete MEA einen deutlichen Wiederaufbau der zukunftsgerichteten Zuversicht, wobei die Befragten in der Region einen Teil des im ersten Quartal verzeichneten Rückgangs wieder wettmachten. Der Nettosaldo für die Erwartungen an die Infrastruktur in den kommenden 12 Monaten stieg in MEA wieder auf +40 % (nach +17 %), während die Erwartungen im privaten Gewerbeimmobilienbau auf +32 % (nach +16 %) zunahmen. Auch Europa verzeichnete in allen drei Sektoren eine breit angelegte Verbesserung der Erwartungen. In der Region Amerika blieben die Erwartungen für die kommenden 12 Monate deutlich positiv, wenngleich sich das Tempo der Verbesserung gegenüber dem ersten Quartal abschwächte. In APAC blieben die Erwartungen weitgehend stabil, wobei die anhaltende Stärke in Indien und Singapur im Gegensatz zu den verhalteneren Werten aus China und Hongkong stand.
Materialkostendruck zeigt erste Anzeichen einer Abschwächung, doch Sorgen hinsichtlich der Arbeitskräfte nehmen zu
Im Gegensatz zu den im ersten Quartal verzeichneten starken Anstiegen zeigten sich die Kostenprognosen für die kommenden 12 Monate im zweiten Quartal uneinheitlicher. Die Prognosen für die Materialkosten gingen leicht auf 6,1 % zurück (nach 6,4 % im ersten Quartal), wodurch die Prognosereihe für die gesamten Baukosten auf 5,8 % sank (nach 6,1 %). Im Gegensatz dazu stiegen die Erwartungen hinsichtlich der Kosten für qualifizierte Arbeitskräfte auf 4,9 % (nach 4,5 %). Gleichzeitig wurde der Nettosaldo für die aktuellen Gewinnmargen mit -19 % weniger negativ (nach -29 % im ersten Quartal), was auf eine gewisse Entspannung des im Vorquartal verzeichneten Drucks auf die Margen hindeutet. Darüber hinaus wurde der Nettosaldo für die Erwartungen hinsichtlich der Gewinnmargen in den kommenden 12 Monaten auf globaler Ebene erstmals seit mehr als einem Jahr wieder positiv und lag bei +12 % (nach -1 %).
Was die Hindernisse für die Aktivität betrifft, bleiben die Materialkosten der am häufigsten genannte Faktor und wurden von 69 % der Befragten angeführt (weitgehend unverändert gegenüber 67 % im ersten Quartal). Finanzielle Einschränkungen sind mit 65 % der am zweithäufigsten genannte Faktor (nach 62 %). Die auffälligere Veränderung in diesem Quartal betrifft jedoch die Arbeitskräfte. Der Anteil der Befragten, die einen Arbeitskräftemangel nennen, stieg deutlich auf 47 % (nach 39 %), während der Anteil derjenigen, die einen Fachkräftemangel anführen, auf 53 % (nach 48 %) zunahm. Dies entspricht dem Bild einer zunehmenden Aktivität, die den Druck auf die Verfügbarkeit von Ressourcen erhöht. Demgegenüber wurde eine unzureichende Nachfrage von 47 % der Befragten genannt (leicht rückläufig gegenüber 53 %), Planung und Regulierung von 39 % (nach 45 %).
Aussichten für die Kreditbedingungen erholen sich deutlich
Die Datenreihe zu den Kreditbedingungen zeigte im zweiten Quartal eine deutliche Erholung und machte einen Großteil der im ersten Quartal verzeichneten Verschlechterung wieder wett. Auf globaler Ebene verbesserte sich der Nettosaldo der Befragten, die in den vergangenen drei Monaten eine Verschlechterung der Kreditbedingungen meldeten, auf -15 % (nach -18 %). Noch bemerkenswerter war die deutliche Veränderung der Erwartungen. Der Nettosaldo für die kommenden drei Monate stieg auf -6 % (nach -23 % im ersten Quartal), während der Nettosaldo für die kommenden 12 Monate auf 0 % (nach -14 %) zunahm und damit erstmals seit mehreren Quartalen wieder ein neutrales Niveau erreichte. Die Verbesserung steht im Einklang mit einer teilweisen Normalisierung der Anleiherenditen und Inflationserwartungen seit dem Höhepunkt des Schocks im ersten Quartal und deutet auf ein deutlich unterstützenderes Finanzierungsumfeld für das kommende Jahr hin.
Europa: Marktbedingungen ziehen an, da Italien in den positiven Bereich zurückkehrt und sich der Rückgang in Frankreich abschwächt
Die Ergebnisse des GCM für Europa im zweiten Quartal 2026 zeigen ein deutlich gefestigtes regionales Bild. Demnach stieg der Construction Sentiment Index (CSI) auf +17 (nach +7 im ersten Quartal 2026). Die Verbesserung ist breit aufgestellt, denn alle sechs erfassten Märkte verzeichneten höhere CSI-Werte als drei Monate zuvor. Italien vollzog eine bemerkenswerte Trendwende und kehrte in den positiven Bereich zurück, während sich der Rückgang in Frankreich deutlich abschwächte. Auch die zukunftsgerichtete Stimmung verbesserte sich in den meisten Sektoren, wobei sich insbesondere die Erwartungen hinsichtlich der Gewinnmargen deutlich aufhellten, auch wenn Sorgen im Zusammenhang mit Arbeitskräften zunehmend in den Vordergrund treten.
Italien kehrt in den positiven Bereich zurück, während sich die regionale Stimmung verbessert
Deutschland führt auf europäischer Ebene die erfassten Märkte weiterhin an, wobei sich der Wert auf +36 erhöhte (nach +27 im ersten Quartal), unterstützt durch eine solide Dynamik in allen drei Sektoren. Auch die Niederlande verzeichneten eine deutliche Verbesserung: Der CSI stieg auf +35 (nach +19), was weitgehend auf eine stärkere Infrastrukturaktivität zurückzuführen ist. Die Ergebnisse in Italien fielen im zweiten Quartal positiver aus, wobei der CSI auf +10 stieg (nach -15), getragen von Verbesserungen in beiden privaten Sektoren. Irland legte leicht auf +12 zu (nach +9), während Großbritannien mit +2 (nach -9) wieder in neutrales Terrain zurückkehrte. Frankreich blieb mit -8 der schwächste Markt der Region, wenngleich dies gegenüber dem zuvor verzeichneten Wert von -24 eine deutlich weniger negative Entwicklung darstellt.
Auf sektoraler Ebene verstärkte sich die aktuelle Arbeitsauslastung im privaten Gewerbeimmobilienbau, wobei der Nettosaldo auf +11 % stieg (nach +1 %). Die Aktivität im privaten Wohnungsbau festigte sich leicht und verzeichnete einen Nettosaldo von +5 % (nach +2 %), während die Arbeitsauslastung im Infrastrukturbereich mit einem Nettosaldo von +22 % (nach +21 %) konstant solide blieb und die Aktivität in der Region weiterhin stützte. Gleichzeitig erholte sich der aktuelle Wert für die Gewinnmargen auf einen Nettosaldo von -7 % (nach -30 %), und der Beschäftigungsindikator bewegte sich mit +3 % (nach -3 %) aus dem negativen Bereich heraus. Die Zahlen für Deutschland zeigen in allen Sektoren einen Anstieg: Im privaten Wohnungsbau von +20 % auf +22 %, im privaten Gewerbeimmobilienbau von +13 % auf +33 % und im Bereich Infrastruktur von +29% auf +44 %.
Arbeitskräfte- und Fachkräftemangel treten stärker in den Vordergrund
Die Materialkosten bleiben das am häufigsten genannte Problem und wurden von 64 % der Befragten angeführt (nach 63 % im ersten Quartal), während der Anteil der Nennungen finanzieller Einschränkungen auf 60 % stieg (nach 52 %). Noch bemerkenswerter ist, dass der Anteil der Befragten, die einen Arbeitskräftemangel nennen, deutlich auf 58 % zunahm (nach 28 %), während der Fachkräftemangel auf 61 % stieg (nach 52 %). Auch der Wettbewerb nahm zu, was mit dem festeren Aktivitätsniveau und dem steigenden Druck auf die Ressourcen im Einklang steht. Demgegenüber wurde eine unzureichende Nachfrage von 37 % der Befragten genannt (nach 46 %), was die Verbesserung der Marktbedingungen widerspiegelt. In Deutschland stehen die Faktoren Materialkosten und Fachkräftemangel mit je 56 % ganz oben auf der Liste der Faktoren, die die Bautätigkeit einschränken.
Erwartungen im privaten Sektor verbessern sich, Ausblick für Gewinnmargen wird positiv
Die Erwartungen für die kommenden 12 Monate hinsichtlich der Arbeitsauslastung im privaten Wohnungsbau stiegen auf einen Nettosaldo von +23 % (nach +14 %), während die Erwartungen für den privaten Gewerbeimmobilienbau auf +31 % zunahmen (nach +18 %). Die Erwartungen im Bereich Infrastruktur gingen leicht auf +33 % zurück (nach +38 %), bleiben jedoch deutlich positiv. Die Beschäftigungserwartungen verbesserten sich auf +20 % (nach +11 %) und deuten damit auf einen stärkeren Beschäftigungsausblick hin. Besonders bedeutsam ist, dass die Erwartungen hinsichtlich der Gewinnmargen für die kommenden 12 Monate mit +13 % ins Positive drehten (nach -19 %). Dies stellt eine der bemerkenswertesten Veränderungen der Ergebnisse des zweiten Quartals dar und signalisiert einen deutlich verbesserten Ausblick für die Profitabilität.
Fazit: Die Stimmung in der Bauwirtschaft steigt in den meisten Regionen weltweit / In Europa führt Deutschland weiterhin die untersuchten Märkte an