PwC-Befragung: Kosten und Regulierung belasten private Vermieter

84 Prozent der privaten Vermieter beklagen steigende Baukosten. 76 Prozent kritisieren, dass die unklare Regulierung die Planung erschwert. Jeder Zweite denkt über Verkauf der Immobilie nach.

In deutschen Großstädten eine bezahlbare Wohnung zu finden, ist bekanntermaßen schwierig. Die Lage auf dem Wohnungs- und Immobilienmarkt sorgt aber nicht nur bei Mietern in den Metropolregionen für Frust; auch für Menschen, die eine Wohnung vermieten, ist die aktuelle Situation herausfordernd: Insbesondere die hohen Bau- und Renovierungskosten und die Unsicherheiten infolge unklarer regulatorischer Vorgaben machen ihnen zu schaffen. 

Zu diesen Ergebnissen kommt eine PwC-Befragung unter rund 4.000 Berufstätigen zwischen 18 und 65 Jahren in zwölf deutschen Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern (Berlin, Bremen, Düsseldorf, Essen, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, Nürnberg, Stuttgart und München). Unter den 4.000 Befragten waren 890 private Vermieter. Die Befragung ist Teil der Umfrage „Wohnungsmangel in den Ballungszentren: die Folgen für den Arbeitsmarkt“.

Finanzielle Belastung ist hoch – für Mieter wie Vermieter 

Berufstätige müssen einen beträchtlichen Anteil ihres Einkommens fürs Wohnen aufwenden: Gut ein Drittel der Befragten (37 Prozent) zahlt zwischen 30 und 40 Prozent ihres Haushaltseinkommens für die Warmmiete. 22 Prozent geben sogar mehr als 40 Prozent des Haushaltseinkommens für Warmmiete aus, während Mietquoten unter 20 Prozent die Ausnahme bilden (7 Prozent). Aber auch private Vermieter beklagen eine hohe finanzielle Belastung: 84 Prozent geben an, dass steigende Baukosten ihre Ausgaben für Modernisierung und Instandhaltung erhöhen. Besonders in Hannover (95 Prozent), Berlin und Leipzig (je 89 Prozent) berichten die Immobilienbesitzer beinahe unisono, dass steigende Baukosten ihre Ausgaben in die Höhe treiben.

Das regulatorische Hin und Her macht den Vermietern zu schaffen

Zu schaffen macht den privaten Vermietern auch das regulatorische Hin und Her: 76 Prozent kritisieren, dass die Planungen bei der energetischen Sanierung aufgrund unklarer Regelungen rund um das Gebäudeenergiegesetz erschwert werden. Als problematisch empfinden die Vermieter auch die Regulierung der Mieten: Knapp drei Viertel (72 Prozent) sind der Meinung, dass regulatorische Vorgaben die Attraktivität von Investitionen in Mietwohnungen verringern.

Mietendeckel ist kontraproduktiv

Obwohl sich die allgemeine Bevölkerung häufig für einen Mietendeckel ausspricht – auch unter den 4.000 befragten Berufstätigen sind 42 Prozent der Meinung, dass ein Mietendeckel sinnvoll ist, um die Mieten zu begrenzen und bezahlbare Wohnungen zu sichern – ist dieses Instrument aus Sicht der PwC-Experten nicht geeignet, um die Lage auf dem Wohnungs- und Immobilienmarkt zu verbessern.

In Berlin denken zwei von drei Immobilienbesitzer über Verkauf nach

Eine Folge dieser Entwicklung: Immer mehr Immobilienbesitzer denken darüber nach, ihr Eigentum zu verkaufen. Das bestätigt die PwC-Befragung: Jeder zweite Wohnungs- oder Hausbesitzer erwägt den Verkauf der Immobilie. In Berlin spielen sogar knapp zwei Drittel (64 Prozent) mit dem Gedanken, nachdem die Debatte zur Vergesellschaftung von Wohneigentum in der Hauptstadt an Fahrt aufgenommen hat und für negative Stimmung und Verunsicherung am Wohnungsmarkt sorgt, obwohl sie auf institutionelle private Wohnungsbaugesellschaften mit sehr großen Immobilienbeständen abzielt. Zum Hintergrund: Eine aus Berlin heraus initiierte Vergesellschaftsungsinitative hat einen Gesetzentwurf erarbeitet, der einen Volksentscheid aus dem Jahr 2021 umsetzt und die Überführung von Wohnungsbauunternehmen mit mehr als 3.000 Wohneinheiten in eine Anstalt öffentlichen Rechts vorsieht 

PwC-Experte Harald Heim sieht das sehr kritisch: „Eine Vergesellschaftung würde das Kernproblem der Wohnungsknappheit auf dem Berliner Wohnungsmarkt nicht lösen, sondern eher verschärfen. Sie schafft keinen zusätzlichen Wohnraum, sondern verändert lediglich die Eigentümerstruktur vorhandener Bestände. Vielmehr wird das strukturelle Defizit an Wohnungen verstärkt, weil sich Investoren durch die damit verbundenen Risiken zunehmend aus dem Immobilienmarkt zurückziehen.“

Sollte die Berliner Initiative erfolgreich sein, befürchtet Heim Nachteile für den Standort Deutschland insgesamt: „Internationale Investoren werden sich dann sicherlich fragen, ob das nicht irgendwann ausgeweitet wird und sich im Zweifel gegen ein Engagement hierzulande entscheiden.“ Lesen Sie dazu auch den Fachbeitrag „Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen in Berlin“.

Berufstätige fordern mehr sozialen Wohnungsbau statt Enteignungen

Das sieht die Mehrheit der Berufstätigen genauso: Nur 38 Prozent halten die Enteignung privater Wohnungsbauunternehmen für eine geeignete Maßnahme der öffentlichen Hand, um Fachkräfte trotz hoher Mieten in Ballungsgebieten zu halten. Als deutlich wirksamer sind aus Sicht von 88 Prozent der Befragten Wohnungsbauprogramme mit Schwerpunkt auf Wohnungen für Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen. 85 Prozent sprechen sich dafür aus, leere Büros in Wohnraum zu verwandeln.

Quelle PWC , Pressemitteilung vom 26.06.2026

© 2026 BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen e.V.