Mit dem Regierungsentwurf des Haushalts 2027 und dem Finanzplan bis 2030 hat die Bundesregierung den fiskalpolitischen Rahmen für die nächsten Jahre gesetzt. Dieses Chartbook gibt einen Überblick über die geplante Ausgabenentwicklung inklusive der Sondervermögen und verdeutlicht, wie steigende Verteidigungs- und Investitionsausgaben mit einem hohen Konsolidierungsdruck in anderen Bereichen einhergehen.
Außerdem wird die Ausgabenverteilung und der Ausgabenaufwuchs der letzten Jahre erläutert: Mit Abstand der größte Posten sind nach wie vor Unterstützungsleistungen an die Haushalte. Besonders die demografische Alterung sorgt hier für Ausgabendruck. Noch dynamischer war aber das Wachstum bei den Verteidigungsausgaben und den Unternehmenssubventionen, d.h. vor allem den Energiepreissubventionen. Schließlich werden verschiedene Szenarien für die Entwicklung der Staatsschuldenquote skizziert.
Die dargestellten Entwicklungen sind auch für die Immobilienwirtschaft relevant, da staatliche Investitionen, Förderprogramme und Konsolidierungsmaßnahmen die Rahmenbedingungen für den Wohnungsbau unmittelbar beeinflussen.
Im Bereich der investiven Ausgaben wird der Wohnungsbau als ein Förderbereich des Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) genannt. Von den insgesamt 188 Mrd. Euro, die zwischen 2026 und 2030 über die sogenannte Bundessäule des SVIK vorgesehen sind, entfallen dabei 4,9 % auf den Wohnungsbau. Die Gebäudeförderung wird im Chartbook als Teil der staatlichen Unterstützungsleistungen an Haushalte ausgewiesen. Hier gab es den höchsten prozentualen Zuwachs mit einem Anstieg von 1 Mrd. auf 12,6 Mrd. EUR. Die Gebäudeförderung macht nun die viertgrößte Ausgabenkategorie aus. Gleichzeitig werden für 2027 im Zuge der Konsolidierungsmaßnahmen unter anderem Einsparungen beim Wohn- und Elterngeld genannt.