Banken legen bei Kreditverhandlungen mit kleinen und mittleren Unternehmen immer höhere Maßstäbe an. Im zweiten Quartal gab mehr als ein Drittel der befragten KMU an, auf restriktiv agierende Banken zu treffen. Damit wurde zum dritten Mal in Folge ein neuer Rekordwert erreicht. Da große Unternehmen dagegen wieder etwas leichter an Kredit kommen, nehmen die Unterschiede beim Finanzierungszugang zwischen den Größenklassen derzeit zu.
- Die Kreditnachfrage mittelständischer Unternehmen bleibt auch im zweiten Quartal 2025 ohne Schwung,
während mehr Großunternehmen Kreditverhandlungen mit ihren Banken aufnahmen.
- Banken begegnen Kreditgesuchen von kleinen und mittleren Unternehmen vor dem Hintergrund hoher Unsicherheit und sinkender Kreditqualität mit besonderer Vorsicht. Ein neuer Rekordwert der KMU beklagt ein restriktives Bankverhalten. Der Kreditzugang für Großunternehmen wird dagegen einfacher.
Kreditinteresse des Mittelstands bleibt gering
Seit einigen Monaten geht es mit der Unternehmensstimmung trotz des Damoklesschwerts eines ausgewachsenen Handelskriegs mit den USA wieder vorsichtig bergauf. Die zunehmende Zuversicht mündete jedoch bislang noch nicht in eine signifikante Erholung der Kreditnachfrage kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU). Im zweiten Quartal blieb der Anteil der KMU, die Kreditgespräche mit Banken führten, mit 20,9 % (+1 PP) unterdurchschnittlich und im mittleren Schwankungsbereich des Indikators seit Anfang 2022. Hingegen reduzierten die Großunternehmen (GU) ihre Zurückhaltung gegenüber der Aufnahme von Bankdarlehen. Die Quote rediteinteressierter Unternehmen dieser Größenklasse (30,3 %) bewegte sich mit einem Plus von 3,1 PP wieder ein gutes Stück in Richtung des langjährigen Durchschnitts. Denkbar ist, dass die GU sich frühzeitig die finanziellen Spielräume für Anpassungen anwachsende Handelsschranken sowie steigende staatliche Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung schaffen wollen.