KfW: Kreditneugeschäft wächst moderat

  • Das Geschäft mit Unternehmenskrediten bewegt sich seitwärts. Das von KfW Research geschätzte Kreditneugeschäft legte im ersten Quartal 2025 um 2,9 % im Vorjahresvergleich zu. Trotz der konjunkturellen
    Aufhellung durch Vorzieheffekte und günstiger Kreditzinsen entwickelte sich das Neugeschäft nur überschaubar.
  • Die konjunkturelle Verunsicherung durch die US-Zollpolitik hemmt über die Investitionszurückhaltung der
    Unternehmen und die restriktive Kreditvergabe der Banken das Neugeschäft.
  • Steigende Finanzierungsbedarfe der Unternehmen aufgrund der anziehenden Stimmung und dem erwarteten Konjunkturimpuls durch das Fiskalpaket geben dem Neugeschäft im laufenden Quartal wieder etwas Auftrieb.

Schwaches Wachstum der Unternehmenskreditvergabe
Zu Jahresbeginn entwickelte sich das Wachstum des Neugeschäfts mit Unternehmenskrediten seitwärts. Das von KfW Research berechnete Neugeschäft deutscher Banken mit Unternehmen und Selbstständigen wuchs im ersten Quartal 2025 um 2,9 % im Vergleich zum Vorjahresquartal und damit fast in gleicher Höhe wie zu Jahresende 2024.

Positiv auf das Neugeschäft wirkte die deutsche Konjunktur. Vorgezogene Lieferungen an die USA in Erwartung der Zollanhebungen sorgten im ersten Quartal für einen überraschenden Produktionsschub. Auch die positive Entwicklung bei den Unternehmensinvestitionen mit nominalen Mehrausgaben von 1,3 % zum Vorquartal gab dem Neugeschäft etwas Rückenwind. Die gesunkenen Kreditzinsen, insbesondere für kurzfristige Kredite mit einer Laufzeit von weniger als einem Jahr, stärkten zudem die Kreditnachfrage für dieses Laufzeitsegment. Insgesamt war das Kreditneugeschäft mit Unternehmen angesichts des unterstützenden Konjunktur- und Zinsumfelds jedoch überschaubar. Das Kreditvolumen hat sich im Vergleich zum Vorjahr zwar weiter erholt, bleibt aber unter Berücksichtigung der Inflation auf schwachem Niveau. Weiterhin dominiert die Zurückhaltung der Unternehmen neue Kredite aufzunehmen. Wie es auf dem Markt mit Unternehmenskrediten weitergeht, ist angesichts der sich in den Exportdaten bereits abzeichnenden Zollwirkung und gleichzeitig soliden Industriekonjunktur und allgemeinen Stimmungsaufhellung derzeit nur unter hoher Unsicherheit abschätzbar.

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