InWIS-Studie Wohnungsbau braucht (mehr) Fläche – Flächenneuinanspruchnahme und Innenentwicklung
auf dem Prüfstand.
Die Fakten liegen auf dem Tisch. Die neue Studie von InWIS im Auftrag eines breiten Verbändebündnisses kommt zu einem klaren Ergebnis: Wohnungsbau braucht (mehr) Fläche. Die aktuelle Studie wurden dem Vorsitzenden der Landesbauministerkonferenz, Herrn Staatsminister Christian Berneiter von den Vertreterinnen und Vertretern der Verbände nun in München vorgestellt.
Andreas Eisele, Präsident des BFW-Bayern, wies in dem Gespräch engagiert auf einen wichtigen Aspekt hin: „Die Nachhaltigkeit des Flächeneinsatzes beinhaltet auch eine soziale Dimension.“
Eine zentrale Stellschraube für die dringend notwendige Ausweitung der Wohnungsbautätigkeit ist die Verfügbarkeit von Bauland. Bundesbauministerin Hubertz hat in ihrer ersten Regierungserklärung zurecht die Notwendigkeit der Baulandausweisung betont. Zwar gibt es Potenziale bei der Nachverdichtung im Innenbereich, allerdings wird – insbesondere in wachsenden Städten und Gemeinden – auch Außenentwicklung notwendig sein. Hier bestehen allerdings Zielkonflikte mit den Flächenzielen der Bundesregierung: Das 30-ha-Ziel 2030 und das 0-ha-Ziel 2050 erscheinen angesichts der erheblichen Wohnbaubedarfe sehr ambitioniert und stehen insbesondere im Spannungsfeld zur notwendigen Steigerung des bezahlbaren Wohnungsbaus.
Die Untersuchung zeigt: Innenentwicklung allein wird den Wohnungsbedarf nicht decken, ein realistischer Umgang mit den Flächenzielen ist dringend geboten. Die Studie gibt Handlungsempfehlungen für Politik, Verwaltung und Planung, wie ein pragmatischer Umgang im Hinblick auf den Baulandbedarf gelingen kann – unter anderem durch Anpassungen in der Regionalplanung, die differenziertere Betrachtung von Wohnbauland in Bezug auf die Flächeninanspruchnahme sowie beschleunigte Verfahren und gezielte Anreize für qualitätsvolle Nachverdichtung und maßvolle Außenentwicklung.
„Das politische Ziel der Flächenneuinanspruchnahme ist unter den aktuellen Bedingungen kaum erreichbar – ohne neue Wohnbauflächen vor allem in wachsenden Städten drohen massive Engpässe am Wohnungs-markt“, erklärt Studienleiter Prof. Dr. Torsten Bölting. Die Studie zeigt: Während die Bevölkerungszahlen in vielen Regionen steigen und der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum zunimmt, sind die Potenziale der Innen-entwicklung – etwa durch Baulückenschließung oder Umnutzung – begrenzt, schwer mobilisierbar und häufig zu teuer. Die Reichweite verfügbarer Innenflächen reicht daher vielfach nicht zur langfristigen Abdeckung des Wohnungsbedarfs aus – ohne neue Flächen drohen daher gravierende Engpässe bei der Wohnraumversor-gung.
Da der Beitrag der Innenentwicklung sowohl quantitativ also auch in der Geschwindigkeit der möglichen Realisierung hinter den Erfordernissen zurückbleibt, fordern die Autoren eine ehrliche Diskussion über Zielkonflikte zwischen Wohnraumbedarf, ökologischen Zielen und der Sicherstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse in Stadt und Land. „Flächensparen darf nicht zur Wohnraumverknappung führen“, so Bölting weiter. Die Studie gibt konkrete Handlungsempfehlungen für Politik, Verwaltung und Planung, wie ein pragmatischer Um-gang mit der Flächenfrage gelingen kann – unter anderem durch verbesserte Datengrundlagen, beschleunigte Verfahren und gezielte Förderanreize für qualitätsvolle Nachverdichtung und maßvolle Außenentwicklung. Laut den Auftraggebern der Studie muss die neue Bundesbauministerin ihre Ankündigungen zur Ausweisung neuer Baulandflächen nun schnell in die Tat umsetzen.
Die InWIS-Studie wurde von den folgenden Verbänden beauftragt: Bundesarchitektenkammer e. V., bbs Bundesverband Baustoffe – Steine und Erden e. V., BDB Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel e. V., BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen e. V., DGfM Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau e. V., GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e. V., VPB Verband Privater Bauherren e. V., ZDB Zentralverband Deutsches Baugewerbe e. V.