Anteil des Euro gemessen an verschiedenen Indikatoren der internationalen Währungsverwendung moderat auf rund 20 % angestiegen Internationale Emission von Schuldtiteln in Euro, einschließlich grüner und nachhaltiger Anleihen, nahm deutlich zu.
Geopolitische Fragmentierung und neu entstehende alternative Zahlungssysteme stellen weiterhin eine Herausforderung dar.
Bericht hebt Notwendigkeit hervor, die Grundlagen für das weltweite Potenzial des Euro zu stärken.
Der Euro spielte 2025 international eine etwas größere Rolle, wodurch seine Position als zweitwichtigste Währung der Welt gefestigt wurde. Gemessen an einer breiten Palette von Indikatoren zur internationalen Währungsverwendung erhöhte sich Anteil des Euro auf rund 20 %. Er setzte damit den allmählichen, aber stetigen Aufwärtstrend fort, der seit dem Überfall Russlands auf die Krim 2014 zu beobachten war. Im Jahr 2025 erreichte die Emission internationaler Schuldtitel in Euro den höchsten Stand seit der Einführung der Gemeinschaftswährung. Im Vorjahrsvergleich nahm sie um rund 30 % zu.
Der Euro war auch erstmals die führende Währung am internationalen Markt für grüne und nachhaltige Anleihen. Die Portfoliozuflüsse aus dem Ausland in den Euroraum lagen in der Nähe ihrer historischen Höchststände. Zugleich gibt es allerdings erste Anzeichen von Fragilität. Angesichts der anhaltenden geopolitischen Spannungen haben Zentralbanken ihre Goldbestände weiter aufgestockt. Gleichzeitig treiben einige Länder alternative grenzüberschreitende Zahlungssysteme voran, darunter auch solche, die auf digitalen Technologien basieren. Diese Trends verdeutlichen eine zunehmende Fragmentierung des internationalen Währungssystems.
„Dadurch entsteht für den Euro die Chance, seine weltweite Anziehungskraft zu erhöhen – sofern die politischen Entscheidungsträger in Europa die erforderlichen Voraussetzungen schaffen und Worten Taten folgen lassen“, erklärte EZB-Präsidentin Christine Lagarde. „Dazu müssen die drei Säulen gestärkt werden, die das globale Potenzial des Euro stützen – die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit, die rechtliche und institutionelle Integrität und die geopolitische Glaubwürdigkeit.“
Damit sich der Euro zu einer wahrlich globalen internationalen Währung entwickeln kann, müssen im Euroraum tiefere und liquidere Kapitalmärkte entstehen. Konkrete Schritte zur Vollendung der Spar- und Investitionsunion und ein entsprechend ambitionierter Zeitplan sind hier unerlässlich. Darüber hinaus würde die gemeinsame Finanzierung öffentlicher Güter dazu beitragen, einen sicheren und liquiden Bestand an öffentlichen EU-Schuldtiteln zu schaffen. Die Wahrung des Vertrauens der Anleger in die Institutionen und die Politik, die den Euro untermauern, auch durch die Achtung der Rechtsstaatlichkeit, bleibt entscheidend für die globale Attraktivität der Währung.
Die EZB trägt in dreierlei Hinsicht dazu bei, die internationale Rolle des Euro zu unterstützen. Zum einen ist sie eine der Säulen für die institutionelle Stärke Europas. Durch ihre Unabhängigkeit und ihr Preisstabilitätsmandat stärkt sie das weltweite Vertrauen in den Euro. Indem das Eurosystem seine Währung auch für das digitale Zahlungszeitalter konzipiert, stellt es sicher, dass Zentralbankgeld auch vor dem Hintergrund des raschen technologischen Wandels ein vertrauenswürdiger Stabilitätsanker bleibt. Und schließlich stellt die erweiterte Repo-Fazilität des Eurosystems (EUREP) Notfall-Liquidität (Backstop-Liquidität) für Zentralbanken weltweit zur Verfügung. Dies bestärkt die Marktteilnehmer darin, weltweit Investitionen in Euro zu tätigen, Kredite in Euro aufzunehmen und Handel in Euro abzurechnen, da sie wissen, dass ein Zugang auch bei Marktstörungen möglich sein wird.
„Die EZB verfolgt eine kohärente Strategie zur Modernisierung der Bereitstellung von Euro für Bürgerinnen und Bürger, Finanzinstitute und die ganze Welt“, so Piero Cipollone, Mitglied des Direktoriums der EZB. „Unser Ziel ist klar: Wir wollen sicherstellen, dass unsere gemeinsame Währung ein Eckpfeiler der Stabilität bleibt und den wirtschaftlichen Wohlstand Europas fördert.“