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Einkommensteuerreformen entlasteten Steuerzahler um 15 Milliarden Euro trotz kalter Progression

Im Jahr 2025 wurden in Deutschland rund 130 100 Betriebe gegründet, deren Rechtsform und Beschäftigtenzahl auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lassen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren das 7,6 % mehr Neugründungen größerer Betriebe als im Vorjahr. Gleichzeitig stieg die Zahl der vollständigen Aufgaben von Betrieben mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung um 0,8 % auf rund 99 900. Damit blieb die Zahl größerer Betriebsgründungen auch 2025 wie in allen Jahren seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2003 höher als die Zahl der Betriebsaufgaben.

Insgesamt 640 500 Neugründungen und 502 200 vollständige Gewerbeaufgaben

Die Politik hat Auswirkungen der kalten Progression in Deutschland zwischen 2019 und 2023 nicht nur ausgeglichen, sondern darüber hinaus entlastet. Dies zeigt eine neue Studie von EconPol Europe. „Insgesamt war der entlastende Effekt verschiedener Reformen der Einkommensteuer zwischen 2019 und 2023 größer als die Belastung durch die kalte Progression“, sagt ifo-Forscher Max Lay. „Die Entlastung für die Steuerzahler in Deutschland war rund 15 Milliarden Euro höher als bei einem reinen Ausgleich der kalten Progression.“

Der inflationsgetriebene Anstieg der nominalen Löhne hätte dazu geführt, dass viele Einkommensgruppen in einen höheren Steuertarif gerutscht wären. „Ohne Reformen bei der Einkommensteuer hätte die kalte Progression die Steuerzahler zwischen 2019 und 2023 um zusätzliche 50 Milliarden Euro belastet“, sagt ifo-Forscher Mathias Dolls. „Neben dem Inflationsausgleichsgesetz und dem Steuerentlastungspaket von 2022, hat vor allem die weitreichende Abschaffung des Solidaritätszuschlags von 2021 dazu beigetragen, dass die Belastung der kalten Progression mehr als ausgeglichen werden konnte.“

Insgesamt untersucht die Studie die Auswirkungen der kalten Progression sowie die politischen Gegenmaßnahmen in 21 europäischen Ländern. Neben Deutschland haben auch Luxemburg, Litauen, Österreich, Kroatien, Slowenien, Slowakei und Lettland die Auswirkungen der kalten Progression überkompensiert. Finnland, Irland, Frankreich, Portugal und Griechenland haben den Effekt weitgehend oder vollständig ausgeglichen. Zypern, Spanien, Malta, Italien, Estland, die Niederlande, Belgien und Ungarn haben die kalte Progression nur teilweise ausgeglichen. „Die politischen Maßnahmen zur Bekämpfung der kalten Progression in den betroffenen Ländern umfassten ein breites Spektrum. Sie reichten von einem an die Inflation gekoppelten Steuertarif bis hin zu neuen Abzügen oder Änderungen von Steuersätzen“, sagt Lay.

Anhand harmonisierter Mikrodaten dokumentiert die Studie die Effekte der sogenannten Kalten Progression für 21 europäische Länder. Zudem werden die Auswirkungen politischer Maßnahmen zum Ausgleich der kalten Progression der einzelnen Länder im Zeitraum von 2019 bis 2023 untersucht.

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