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Digitaler Status quo im deutschen Baugewerbe

Die Baubranche kam vergleichsweise gut durch das zweite Pandemie-Jahr. Die Gründe: Hohe Investitionen in den Neubau von Wohnungen und steigende Preise für Bauleistungen. Beim Thema Digitalisierung gehört das Baugewerbe allerdings zu den Nachzüglern im deutschen Mittelstand: Nach Stagnation im Vorjahr stieg der Digitalisierungsindex der Baubranche 2021 auf 53 von 100 möglichen Punkten. Der branchenübergreifende Durchschnitt liegt dennoch bei 59 Punkten. Zu diesem Ergebnis kommt die repräsentative Studie „Digitalisierungsindex Mittelstand 2021/2022“.

Die Deutsche Telekom und das Analystenhaus techconsult führten die Befragung unter mehr als 2.000 Mittelständlern bereits zum sechsten Mal durch. Nachdem die Unternehmen im Baugewerbe 2020 vergleichsweise wenig in IT-Sicherheit und Datenschutz investierten, wollen 21 Prozent diesen Bereich jetzt ausbauen. Auch die Kundenkommunikation sowie Produktivität im Unternehmen sollen digitaler werden. Beispielsweise mit Onlineshop-Lösungen, mobilem Endgerätemanagement oder Messenger-Diensten.

Digitalisierung ermöglicht effektive Zusammenarbeit

Vom Büro bis zur Baustelle: Die Bauunternehmen nutzen digitale Technologien vor allem, um Bauprojekte effektiver zu gestalten oder planen dies in den kommenden zwölf Monaten. Vor allem erfassen und verarbeiten die Betriebe ihre Auftragsdaten digital (36 Prozent). Für einen besseren Überblick über alle Prozesse auf der Baustelle setzt knapp ein Drittel (31 Prozent) digitale Bautagebücher ein. Die Unternehmen nutzen außerdem digitale Lösungen, um Diebstahl rechtzeitig zu erkennen. Aber auch um Geräte auf der Baustelle schneller zu finden. Je 20 Prozent verwenden Diebstahlsoftware für ihr Equipment und orten Baumaschinen und -geräte. Für einen verbesserten Kundenservice wollen die Bauunternehmen in Zukunft in Online-Bestell- und Reservierungssysteme sowie Online-Shop-Lösungen investieren (22 Prozent). Egal ob aus dem Homeoffice, auf Geschäftsreise oder direkt auf der Baustelle: Um standortunabhängig arbeiten zu können, nutzen bereits oder planen 42 Prozent der Bauunternehmen Messenger-Dienste und Videokonferenz-Software einzuführen.

Nachhaltigkeit spielt eine wichtige Rolle

Die Bauindustrie verursacht einen hohen CO2-Ausstoß. Daher ist es für die Branche besonders wichtig, auf nachhaltige Lösungen zu setzen. Für 71 Prozent der mittelständischen Bauunternehmen spielt Nachhaltigkeit bereits eine zentrale Rolle. Konkret setzen die Bauunternehmen schon auf klimafreundliche Produktionsprozesse (36 Prozent). Jedes dritte Bauunternehmen (34 Prozent) plant mithilfe von digitalen Lösungen Routen effizienter und spart so Kraftstoff. Ein Drittel (32 Prozent) achtet bereits darauf, den Energieverbrauch von Gebäuden nach geltenden Standards niedrig zu halten.

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