Development Monitor 2026: Wohnungsbau braucht jetzt verlässliche Rahmenbedingungen

Die Krise im Wohnungsbau ist längst keine Prognose mehr – sie zeigt sich in der Realität. Der gemeinsam mit Bulwiengesa veröffentlichte Fachbeitrag „Aktuelle Marktentwicklungen zu Projektentwicklungen in Deutschland“ auf Basis der Daten des Development Monitors macht deutlich, wie sich wirtschaftliche und regulatorische Unsicherheiten unmittelbar auf die Bautätigkeit auswirken. Gleichzeitig bleibt der Bedarf an Wohnraum ungebrochen. Umso wichtiger sind jetzt Rahmenbedingungen, die Investitionen und Neubau wieder ermöglichen.

Die Herausforderungen für Projektentwickler bleiben groß – und ihre Auswirkungen werden immer deutlicher sichtbar. Der gemeinsam mit Bulwiengesa veröffentlichte Fachbericht zeigt, dass sich die Unsicherheiten der vergangenen Jahre inzwischen unmittelbar auf den Wohnungsbau auswirken. Projekte werden verschoben, Baustarts bleiben aus und geplante Wohnungen werden nicht realisiert. Damit wächst die Lücke zwischen dem tatsächlichen Wohnraumbedarf und dem, was tatsächlich gebaut wird.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Rund 125.000 geplante Wohnungen werden nach aktueller Prognose nicht wie erwartet realisiert. Gleichzeitig sind die Baustarts im Wohnungsbau seit 2022 um rund 53 Prozent zurückgegangen. Für das Jahr 2026 werden nur noch etwa 180.000 fertiggestellte Wohnungen erwartet. Dies ist deutlich weniger, als zur Deckung des Wohnraumbedarfs erforderlich wäre.

Diese Entwicklung ist kein kurzfristiger Ausschlag, sondern Ausdruck einer anhaltenden Realisierungsunsicherheit. Hohe Baukosten, anspruchsvolle Finanzierungsbedingungen und regulatorische Anforderungen erschweren die Wirtschaftlichkeit vieler Projekte. Hinzu kommen langwierige Genehmigungsverfahren und fehlende Planungssicherheit. Investitionen werden zurückgestellt oder ganz aufgegeben – mit unmittelbaren Folgen für den Wohnungsneubau.

Dabei verschwindet der Bedarf an Wohnraum nicht. Im Gegenteil: Die prognostizierte Haushalts- und Bevölkerungsentwicklung zeigt weiterhin eine hohe Nachfrage, insbesondere in den Großstädten und ihren Umlandregionen. Die derzeit erwarteten Fertigstellungszahlen reichen bei weitem nicht aus, um diesen Bedarf zu decken. Die Folgen sind bereits heute auf vielen Wohnungsmärkten durch steigenden Druck auf Mieten und Kaufpreise sowie ein zunehmender Mangel an verfügbarem Wohnraum spürbar.

Es wird deutlich, dass die Ursachen bekannt sind und ebenso die Stellschrauben, an denen angesetzt werden muss. Schnellere und verlässlichere Genehmigungsverfahren, eine Vereinfachung regulatorischer Vorgaben, bessere Förderbedingungen und stabile Finanzierungsrahmen können dazu beitragen, Projekte wieder wirtschaftlich realisierbar zu machen. Dafür braucht es ein gemeinsames Handeln von Politik, Finanzierungsinstituten und Immobilienwirtschaft. Nur wenn alle Akteure an einem Strang ziehen, kann der dringend benötigte Wohnungsneubau wieder Fahrt aufnehmen.

© 2026 BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen e.V.