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Build Europe: Zugang zu bezahlbarem Wohnraum ist Grundstein für stabile Gesellschaft

Marc Pigeon, Präsident von Build Europe, dem europäischen Verband der Bauträger und Wohnungsbauunternehmen, dem auch der BFW angehört, hielt am 5. Juli in Takamatsu, Kagawa (Japan) eine internationale Pressekonferenz mit den Präsidenten der wichtigsten EU-Wohnungsbauverbänden ab. Auf dieser warnte er die Regierungen im Vorfeld des G7-Treffens der für Stadtentwicklung zuständigen Minister vor der weltweiten Wohnungskrise, wobei er zwei Hauptthemen ansprach.

Thematisiert wurde zum einen das Entstehen einer großen sozialen Krise, die durch die zunehmende Unbezahlbarkeit von Wohnraum in allen G7-Ländern verursacht wird und viele Haushalte ohne tragfähige Lösungen zurücklässt. Zum anderen die große Herausforderung, vor der die Regierungen stehen werden, da die Weltbevölkerung in den kommenden Jahren weiter wachsen und altern wird. Angesichts dieser Bedenken schlug Marc Pigeon eine gründliche Bewertung der aktuellen und der zu erwartenden Situation sowie die Entwicklung eines strategischen Ansatzes zur Bewältigung dieser Herausforderungen vor. Pigeon betonte, dass das Wohnungswesen nicht isoliert betrachtet werden könne, sondern in eine umfassendere globale Politik und Vision integriert werden müsse.

In seiner Pressekonferenz wies Marc Pigeon darauf hin, dass die Welt mehr Wohnraum benötige, um auf den demografischen Wandel und die wachsenden Migrationsströme aufgrund von Krieg, Armut und Klimawandel zu reagieren. Er betonte, dass das Wohnungsangebot unzureichend und unbezahlbar sei, da die Preise seit über zehn Jahren stetig und schneller als die Einkommen stiegen.

Folgende Ursachen nannte Präsident Pigeon für die globale Krise des bezahlbaren Wohnraums:

  • Steigende Baukosten aufgrund übermäßiger Regulierung und steigender Preise für Material und Arbeit;
  • Mangel an Bauland: Je seltener ein Produkt ist, desto teurer ist es;
  • Steigende Zinssätze, die sich unmittelbar auf die Zahlungsfähigkeit der Käufer auswirken und zusätzliche Kosten für die Bauherren verursachen;
  • Die steuerliche Belastung des Wohnraums;
  • Unzureichendes Angebot trotz des Bevölkerungswachstums;
  • Unzureichendes Wachstum der Haushaltseinkommen, da die Löhne nicht so schnell steigen wie die Immobilienpreise.

Marc Pigeon erklärte, dass die Regierungen der G7-Staaten Mittel und Wege zur Lösung der Krise des bezahlbaren Wohnraums erörtern und sich auf die Zukunft vorbereiten müssten.

Marc Pigeon sagte: „Das Wachstum einer alternden Bevölkerung in Verbindung mit einem unzureichenden und zunehmend unbezahlbaren Wohnungsangebot ist eine soziale Bombe, die auf globaler Ebene zu explodieren droht. Morgen wird es zu spät sein, und die Zeit zum Handeln ist heute. Wir stehen vor einer globalen Notlage, die ebenso kritisch und dringend ist wie der Klimawandel. Die G7-Regierungen müssen bedenken, dass der Zugang zu bezahlbarem Wohnraum der Grundstein für eine ausgewogene Gesellschaft ist. Bauunternehmer und Hausbauer sind bereit, ihren Teil dazu beizutragen und eine Politik zu unterstützen, die bezahlbaren Wohnraum mit Umweltzielen in Einklang bringt. Wir freuen uns, unsere Analyse und Vorschläge vorlegen zu können, und hoffen, dass unsere Beiträge und Empfehlungen auf dem bevorstehenden Treffen der G7-Städtebauminister berücksichtigt werden.“

Auch BFW-Präsident Dirk Salewski nahm an der Pressekonferenz teil und erklärte vor internationalen Journalisten: „Die Analyse von Build Europe zeigt eindrücklich, dass die Krise des bezahlbaren Wohnungsbaus ebenso ein globales wie deutsches Problem ist. Projektentwickler stehen unter dem Druck steigender Kosten, steigender Zinsen sowie Überregulierung. Es ist wichtig, dass die sieben führenden Wirtschaftsnationen der Welt dieses Problem angehen.“

Build Europe ist der Europäische Dachverband des BFW. Er vertritt Verbände aus 17 Staaten in Brüssel, die über 60 Prozent der Wohnungsbaukapazitäten in der EU repräsentieren. Ab dem 1. August 2023 ist Andreas Ibel Präsident von Build Europe.

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